Biografie

Daniel Raiskin wuchs als Sohn eines renommierten Musikwissenschaftlers in einem humanistisch geprägten Elternhaus auf. Er erhielt bereits mit sechs Jahren Musikunterricht und nahm später ein Studium an der renommierten Hochschule seiner Heimatstadt auf. Raiskin widmete sich zunächst der Geige und Bratsche und begann zugleich die Ausbildung zum Dirigenten – die Begegnung mit dem Pädagogen Lev Savich hatte in ihm den Wunsch geweckt, einen Klang mit den Händen, dem Körper und der ganzen Persönlichkeit formen zu können. Zu seinen weiteren Lehrern, die ihm wichtige Impuls gaben, gehörten unter anderem Mariss Jansons, Neeme Järvi, Milan Horvat, Woldemar Nelson und Jorma Panula.

Im Alter von zwanzig Jahren verließ Daniel Raiskin die Sowjetunion, um in Amsterdam und Freiburg sein Studium fortzusetzen. Als gefragter Solist gehörte er schnell zu den führenden Bratschisten in Europa mit vielen Engagements als Solist und Kammermusikpartner. Allmählich jedoch wechselte der Schwerpunkt vom Instrument zum Taktstock, und Raiskin entwickelte sich mit seiner künstlerisch unverwechselbaren Handschrift zu einem der anerkannt vielseitigsten Dirigenten seiner Generation mit einem breit gefächerten Repertoire und dramaturgisch anspruchsvollen Programmen.

Seit 2005 leitet er das Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz als Chefdirigent; seit 2008 in gleicher Position das Arthur Rubinstein Philharmonisches Orchester in Polens zweitgrösster Stadt Lodz. Darüber hinaus gastierte er bei zahlreichen weiteren renommierten Orchestern in Europa und Asien, darunter Belgrade Philharmonic Orchestra, Copenhagen Philharmonic, Czech Radio Symphony, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Estonian National Symphony Orchestra, Hong Kong Sinfonietta, Latvian National Orchestra, Malmö Symfoniorkester, Mozarteumorchester Salzburg, Orquestra Nacional do Porto, Orchestre National de Lyon, Orquesta Sinfónica Nacional de México,Philharmonisches Staatsorchester Mainz, die polnischen Radiosinfonieorchester von Warschau und Katowice, Prague Philharmonic, Prague Symphony, Residentie Orkest Den Haag, RTE Orchestra Dublin, Shanghai Philharmonic Orchestra, Slovak Philharmonic Bratislava, Staatskapelle Halle, Staatsorchester Darmstadt, Stavanger Symfoniorkester, Stuttgarter Philharmoniker, Symfonie Orkest Vlaanderen sowie die Zagreber Philharmoniker.

Daniel Raiskin arbeitete mit so bedeutenden Solisten zusammen wie Martin Fröst, Alban Gerhardt, Natalia Gutman, Peter Jablonski, Janine Jansen, Kari Kriikku, Lang Lang, Alexei Lubimov, Mischa Maisky, Vladimir Mendelssohn, Midori, Schlomo Mintz, Daniel Müller-Schott, Steven Osborne, Enrico Pace, Ivo Pogorelich, Julian Rachlin, Benjamin Schmid, Hagai Shaham, Dmitri Sitkovetsky and Julian Steckel.

Darüber hinaus widmet er sich regelmäßig Produktionen im Opernbereich, darunter in der Spielzeit 2006/2007 Carmen unter der Regie von Calixto Bieito an der niederländischen Opera Zuid. Eine weitere Carmen-Produktion leitete er in der darauffolgenden Saison am Koblenzer Stadt Theater, wo er im November 2010 auch Dimitri Schostakowitschs Nase dirigierte. Im August 2011 dirigierte er das Minsk Orchestra bei einer gefeierten Inszenierung von Mozarts Don Giovanni  bei den Opernfestspielen im österreichischen St. Margarethen.

Als Dirigent wird er in der Saison 2011/12 unter anderem beim Estonian National Symphony Orchestra, National Symphony Orchestra Taiwan, Orchestre National de Lyon, Orkest van het Oosten und beim Sinfonieorchester des Tschechischen Rundfunks Prag zu Gast sein.